Mutter - Kind Station
Die Mutter-Kind-Station bildet eine Wohngruppe für suchtkranke Mütter/Eltern und maximal sechs Kinder im Alter von 0 -12 Jahren.
Auch Schwangere mit einer Suchterkrankung können aufgenommen werden. Sie wechseln erst nach der Entbindung auf die Mutter-Kind-Station. Sie werden medizinisch versorgt und auf die bevorstehende Geburt vorbereitet.
Die stationäre Behandlung dauert in der Regel bis zu 6 Monaten.
Für die Mütter besteht ein Rehaauftrag, für die Kinder
eine Betreuungspflicht.
Kindergartenkinder werden intern von einer Erzieherin und einer Hauswirtschafterin betreut. Schulpflichtige Kinder werden vor Ort regulär eingeschult.
Entwicklungsverzögerungen bei Kindern werden mit Fachleuten vor Ort behandelt.
Aufenthaltsdauer:
Die stationären Entwöhnung dauert in der Regel bis zu sechs Monaten. Nach dieser Zeit besteht die Möglichkeit, eine Adaptionsphase, die bis zu vier Monaten dauern kann, anzuschließen.
Aufnahmemodalitäten:
Voraussetzung für die Aufnahme ist eine erfolgreiche Entgiftung der Mütter. Wünschenswert wären vor der eigentlichen Aufnahme ein Aufnahmegespräch und das Vorliegen relevanter Befunde für Mutter und Kind. Es müssen die Kostenzusagen für Mutter und Kind vorliegen.
Im Einzelfall können Kinder auch erst im Verlauf der Therapie aufgenommen werden.
Für die Mütter/Eltern, die ihre Kinder mit auf Therapie nehmen können, bedarf es eines geschützten Rahmens, der auf dieser Station gegeben ist. Es besteht dort für die Kinder ein kleiner überschaubarer und klarer Rahmen mit familiärem Charakter, der spielerisch und kreativ gestaltet ist und den Bedürfnissen von Müttern und Kindern entspricht.
Für die Kinder finden (fast) alle hausinternen Aktivitäten auf dieser Station statt. Für Außenaktivitäten ist auf dem Klinikgelände ein Spielplatz geplant. Die Patientinnen bedürfen viel Unterstützung bei der Wiederaufnahme der Beziehung und Bindung an ihre Kinder. Ziel ist es, die Beziehung zwischen Mutter und Kind zu normalisieren. Anstelle des Suchtmittels soll das Kind und seine Bedürfnisse wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Auf auffallende Störungen bei den Kindern wird hingewiesen, bei der Behandlung stehen uns externe Institutionen zur Verfügung. Unterstützt und angeleitet im Umgang mit ihren Kindern werden die Mütter durch eine Erzieherin und den Bezugstherapeuten. Eine Hauswirtschafterin gewährleistet die optimale Versorgung der Kinder und gibt Anleitung bei Hygiene- und Ernährungsfragen sowie bei der Haushaltsführung.
Das Therapiesetting entspricht der Langzeittherapie mit Gruppen- und Einzeltherapie, geleitet durch den Bezugstherapeuten. Die Mütter sind also zum größten Teil in das suchtspezifische Programm der Langzeitstation integriert.
Für Mutter-Kind spezifische Themen findet zusätzlich 1 x pro Woche eine Mütter-Gruppe zusammen mit der Bezugstherapeutin und der Erzieherin statt.
Behandlungsprogamm für die Mutter-Kind-Station:
Bezugsteam: Für die Kinder gibt es konstante Bezugspersonen, für die Mütter stehen darüber hinaus die Mitarbeiter der Langzeitstation zur Verfügung.
-teilweise Integration der Mütter in das Langzeitprogramm
-ärztliche Betreuung
-Einbeziehung von externen Institutionen durch den Klinikarzt und einer Diplom-Psychologin
-eine Müttergruppe (z.B. Reflexion der Beziehung und des Erziehungsverhaltens, -Zukunftsplanung), geleitet von einer Diplom-Psychologin
-sozialpädagogische Betreuung der Mütter (Umgang mit Behörden und Finanzen)
Spezielle Angebote für Mutter und Kind
Kinderbetreuung:
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit besteht in der Betreuung der Kinder in den Zeiten, in denen die Mütter im Rahmen der Arbeitstherapie und Psychotherapie beschäftigt sind. Die Betreuung erfolgt durch eine erfahrene Erzieherin.
Die Mahlzeiten nehmen Mütter und Kinder gemeinsam ein. Ein eigener Wochenplan für die Mutter-Kind-Station sieht spezielle Angebote vor, die den individuellen Bedürfnissen von Müttern und Kindern entsprechen.
Die Erzieherin unterstützt und berät die Mütter bei Erziehungsfragen. Hierbei bezieht sie sich auf die Beobachtungen der Eltern-Kind-Interaktionen im Klinikalltag sowie auf spezielle Entwicklungsbeobachtungen der Kinder.
