Mangfallbote, Bad Aibling, 16. Sept. 2005

Walking mit Technik

Bad Aibling - Die letzten Schilder sind montiert, es kann losgehen: auf den neuen Nordic-Walking-Strecken der Kurstadt, die gestern offiziell eröffnet wurden.

Auf drei unterschiedlich langen Runden, ausgehend vom Schwimmbad Harthausen, kann nun die mit Stöcken «bewaffnete» Trendsportart nach Lust und Laune betrieben werden. Tipps und Tricks zur optimalen Technik gibt es zudem anhand jüngst angebrachter Tafeln auf der kürzesten Runde, der «Technik-Route» mit 3,1 Kilometern. Kurdirektor Thomas Jahn und Joachim Prikril von der Aib-Kur präsentierten gestern stolz das neue Werk.

Man befinde sich nun auf dem besten Weg zu einer «modernen Kurstadt», betonte der Kurdirektor im Rahmen der Eröffnung. Nordic Walking bezeichnete Jahn als eine ähnliche «Mega-Trendsportart» wie Mountainbiken - «anfangs von allen belächelt und plötzlich betreibt es jeder.» Speziell wegen seiner Eigenschaft als besonders schonende und gesundheitsfördernde Sportart dürfe man sich als Urlaubs- und Kurort vor Nordic Walking nicht verschließen, zeigte er sich überzeugt.

Als Ausgangs- und Endpunkt wurde, wie berichtet, der Parkplatz am Schwimmbad Harthausen gewählt - nah an der Natur und gleichzeitig an den Kliniken und Hotels. Von dort aus können drei unterschiedlich lange, jeweils ausgeschilderte Runden (vom Deutschen Nordic Walking Verband lizensiert) gewählt werden: die Technik-Route mit 3,1 Kilometern (leicht), eine mittlere Runde mit 4,1 Kilometern sowie ein schwerer Rundkurs über 8,5 Kilometer - «wobei sich der Schwierigkeitsgrad lediglich auf die Länge bezieht», wie Jahn auf Anfrage erläuterte. Sämtliche Routen führten nur zu einem geringen Teil über Asphalt, ansonsten über Feld- und Forstwege (Harthauser- oder Ellmosener Filze).

Erfreut äußerte sich Jahn über die reibungslose Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Parcours. Unterstützung erhält die Aib-Kur unter anderem durch die örtliche AOK, die sich an den Gesamtkosten von rund 9000 Euro beteiligt. Geschäftsstellenleiter Hans Mittermiller zeigte sich in diesem Zusammenhang höchst erfreut, an einem derart gesundheitsfördernden Projekt mirwirken zu können. Eingebracht hätten sich zudem der Aiblinger Sportexperte Christian Zoss, der unter anderem Leihstökke anbietet (Schmiedgasse 2), sowie die Suchtklinik Alpenland, die einen wesentlichen Beitrag zu Beschilderung geleistet habe. Zusammen mit drei seiner Patienten hatte der stellvertretende Klinikleiter Matthias Münz die unzähligen orangen Schilder montiert und sogar eine kleine Brücke über einen Graben errichtet - «es war schön, dass wir uns einbringen konnten», freute sich denn auch der stellvertretende Klinikleiter. Zusammen mit dem Bauhof werden sich die Patienten auch um die Pflege der Strecke bemühen.

Alles in punkto Technik und Tipps erhalten Bürger und Gäste von den Trainern der Volkshochschule. Diese bietet neben zahlreichen weiteren Möglichkeiten eigens an Samstagen geführte Touren an - «für Wochenendgäste und diejenigen, die sich nicht alleine auf den Weg machen wollen», so Jahn. Bereits seit geraumer Zeit bieten auch die Aiblinger Kliniken für ihre Patienten Nordic-Walking-Kurse an.